Die von Ihnen beobachtete visuelle Uneinheitlichkeit ist kein Defekt des Anodisierungsprozesses selbst, sondern ein direktes Abbild der heterogenen Mikrostruktur dieser speziellen Legierungen. A380 (US-Standard) und ADC12 (übliche japanische Entsprechung) sind für hervorragende Gießbarkeit und Festigkeit optimiert, nicht für perfekte Anodisierästhetik. Die Variationen entstehen durch die Interaktion der anodischen Schicht mit den intermetallischen Verbindungen der Legierung.
Anodisierung ist ein elektrochemischer Prozess, bei dem die Aluminiumoberfläche in Aluminiumoxid umgewandelt wird. Diese neue Schicht ist transparent, reagiert jedoch selektiv nur mit der Aluminium-Matrix und nicht mit nicht-Aluminium-Elementen.
A380 und ADC12 enthalten 7,5–9,5 % Silizium sowie signifikante Mengen Kupfer und Eisen. Während der Erstarrung im Druckgussprozess bilden diese Elemente harte intermetallische Partikel (hauptsächlich Silizium und Al-Fe-Si-Cu-Phasen). Diese Partikel sind elektrochemisch inert und anodisieren nicht.
Nach der Anodisierung wird die Aluminium-Matrix in poröses, transparentes Oxid umgewandelt, während Silizium- und andere intermetallische Partikel eingebettet bleiben oder exponiert werden. Dies erzeugt eine mikroskopisch raue, inhomogene Oberfläche. Das Licht reflektiert unterschiedlich von Aluminiumoxid, den eingebetteten Partikeln und dem Substrat, wodurch eine matte, graue und oft gesprenkelte Erscheinung entsteht. Dieses Phänomen ist bei Hoch-Silizium-Legierungen universell, variiert jedoch zwischen Chargen durch kleine Unterschiede in der Erstarrungsrate.
Das grundlegende Problem liegt in der Legierungschemie, die für Gießbarkeit, nicht für Finish-Qualität optimiert ist.
Der hohe Siliziumgehalt in A380 macht die Legierung frei fließend und ideal für komplexe, dünnwandige Druckgussteile. Leider erschwert diese Eigenschaft ein gleichmäßiges, klares Anodisierfinish.
Im Vergleich dazu hat A356 (typisch für Schwerkraft- oder Niederdruckguss) einen niedrigeren Siliziumgehalt (6,5–7,5 %) und strengere Kontrolle von Eisen- und Kupferverunreinigungen. Seine homogenere Mikrostruktur führt zu einer klaren, hellen und gleichmäßigen anodischen Schicht, die Farbstoffe lebendig und konsistent aufnimmt.
Das Verständnis der Ursache erlaubt bessere Planung und begrenzte Minderungsmöglichkeiten.
Ein perfektes, klares oder helles Anodisierfinish wie bei reinen Legierungen ist bei A380/ADC12 nicht erreichbar. Dunkle Farben, insbesondere Schwarz, maskieren Variationen am besten, während helle Farben (Silber, Gold, Bronze) die Fleckigkeit und Uneinheitlichkeit sichtbar machen.
Obwohl das Grundproblem materialbedingt ist, können Prozessoptimierungen extreme Variation reduzieren. Hochwertiges Die Castings Engineering kann die Gießung so optimieren, dass die Siliziumpartikel feiner und gleichmäßiger verteilt sind. Spezielle Nachbearbeitungen, wie chemisches Polieren oder Elektro-Polieren vor der Anodisierung, können die Oberfläche glätten und die Gleichmäßigkeit leicht verbessern, allerdings mit erhöhten Kosten.
Die Entscheidung für A380/ADC12 ist ein kalkulierter Kompromiss zwischen Kosten, Leistung und Ästhetik.
A380/ADC12 eignet sich perfekt für Anodisierung, wenn Korrosions- und Verschleißschutz Priorität haben und das kosmetische Erscheinungsbild zweitrangig ist – üblich für interne Komponenten, mechanische Gehäuse und funktionale Teile.
Für Produkte mit hohen ästhetischen Anforderungen (z. B. Gehäuse eines Premium-Smartphones oder architektonischer Schmuck) sind A380/ADC12 nicht zu empfehlen. Hier sollte auf eine geeignete Legierung wie A356 gewechselt oder ein alternatives Finish wie Pulverbeschichtung oder Lackierung angewendet werden.
Zusammenfassend sind die Farbvariationen bei anodisiertem A380 und ADC12 direkt auf den hohen Silizium- und Kupfergehalt zurückzuführen. Die inerten Siliziumpartikel erzeugen eine mikroskopisch inhomogene Oberfläche, die Licht ungleichmäßig streut. Dies ist eine Materialeigenschaft, kein Prozessfehler. Für Anwendungen, die ein gleichmäßiges, helles Anodisierfinish erfordern, ist die Auswahl einer geeigneten Anodisierlegierung von Anfang an entscheidend.