Die außergewöhnliche Haltbarkeit von Arc Anodizing im Vergleich zu herkömmlicher Anodisierung (Typ II) ergibt sich aus grundlegenden Unterschieden in der Struktur, Zusammensetzung und der Art der Beschichtungsbildung. Während beide Prozesse eine keramische Oxidschicht erzeugen, produziert Arc Anodizing eine Beschichtung, die wesentlich härter, widerstandsfähiger und besser mit dem Substrat integriert ist.
Herkömmliche Anodisierung erzeugt eine relativ dünne, amorphe Oxidschicht mit stark geordneter, poröser Struktur. Diese bietet nach dem Versiegeln guten Korrosionsschutz, kann jedoch bei mechanischer Belastung Risse entwickeln, und die Poren können Wege für Korrosion sein, falls die Versiegelung beeinträchtigt wird.
Im Gegensatz dazu nutzt Arc Anodizing Hochspannungs-Plasmadurchschläge, um eine deutlich dickere, dichtere Beschichtung zu erzeugen. Dieser Prozess verschmilzt das Oxid und wandelt es von einem amorphen Zustand in eine kristalline Struktur um, die reich an hartem, verschleißbeständigem Alpha-Aluminiumoxid ist – demselben Material, das in Schneidwerkzeugen und Schleifmitteln verwendet wird. Das Ergebnis ist eine monolithische, porenfreie Keramikschicht, die von Natur aus widerstandsfähiger gegen Abrieb, Erosion und Stöße ist.
Der plasmagesteuerte Wachstumsmechanismus führt zu überlegenen mechanischen Eigenschaften:
Extreme Oberflächenhärte: Herkömmliche Anodisierung erreicht typischerweise 300-500 HV. Arc Anodizing erzeugt regelmäßig Beschichtungen mit einer Mikrohärte von 400-600 HK oder mehr, was die Widerstandsfähigkeit gegen Kratzer und Verschleiß erheblich erhöht.
Überlegene Haftung: Die Beschichtung wird nicht nur auf die Oberfläche aufgetragen; sie wächst metallurgisch aus dem Substrat durch den Plasmalelektrolyseprozess. Dies erzeugt eine robuste, integrale Bindung, die sehr widerstandsfähig gegen Ablösung, Abplatzen oder Abblättern unter mechanischer oder thermischer Belastung ist.
Die Kombination aus extremer Härte und dichter, porenfreier Struktur bietet einen synergistischen Schutz. Bei herkömmlicher Anodisierung kann der Verschleiß schnell die dünne Beschichtung durchbrechen und das weiche Substrat freilegen. Die dicke, harte Schicht von Arc Anodizing fungiert als massive Barriere, die sowohl langanhaltendem Abrieb als auch korrosiven Angriffen standhält. Daher kann sie 500 bis 1000+ Stunden im Salzsprühtest (ASTM B117) erreichen und übertrifft damit die Leistungsfähigkeit standardmäßiger Anodisierungen deutlich. Dieser integrierte Schutz ist ein wesentlicher Grund, warum es für Komponenten in anspruchsvollen Bereichen wie Werkzeuge und Automobilanwendungen spezifiziert wird.